Ja, auch Frauen haben Arschhaare!

von Maike
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Auch Frauen haben Körperbehaarung

Morgens, halb zehn in einem kleinen Kurort in NRW. Es ist heiß, das Wasser läuft mir die Poritze entlang und selbst die Haut am Körper empfinde ich einfach nur als zu viel. Schon als ich mich nach der unerträglich drückend warmen Nacht aus dem Bett gehievt habe, wusste ich, dass ich definitiv nicht mehr machen würde, als unbedingt nötig. Im Klartext heißt das: Zähne putzen, Katzenwäsche mit kaltem Wasser, Klo, Fertigmahlzeiten in Form von Obst, Gemüse und trockenem Brot und die Suche nach einem kühlen, schattigem Plätzchen, an dem ich den Tag hinter mich bringen konnte.

Nach eineinhalb Litern Wasser und dem zweiten Eis war der dann auch tatsächlich gefunden. Und was macht man, wenn man den perfekten Überlebensplatz gefunden hat? Genau, man macht sich so richtig breit und lässt sich von nichts stören. Auch nicht von den stoppeligen Beinen, die da aus dem luftigen Flatterröckchen gucken. Ups. Wobei nein, kein Ups. Es ist mir nämlich tatsächlich vollkommen schnurz, ob meine Beine ideal für die nächste Gilette-Werbung sind oder doch eher etwas von einem Kaktus oder Borstenschwein haben. Tatsache ist doch nämlich, dass auch wir Frauen von Natur aus Haare am Körper haben und diese überwiegend aus Eitelkeit und weil die Gesellschaft gepflegt unter anderem über rasierte Beine, Achseln und Intimzone definiert, entfernen. Und ja, auch ich finde es hübscher, wenn alles glatt ist und auch das Eincremen fühlt sich auf haarlosen Beinen schöner an, aber das ändert nichts daran, dass ich manchmal schlicht keinen Bock auf Enthaaren habe. Bin ich deswegen ungepflegt? Nein. Sollte ich deswegen auf kurze Kleidung verzichten? Sicher nicht. Ich werde mich nicht für etwas ganz Natürliches schämen. Ich werde nicht so tun, als wären ganz menschliche Dinge etwas Ekliges.

Rasieren

Und überhaupt: ich frage mich, wieso bei uns Frauen etwas als ungepflegt, eklig und unhygienisch gilt, was beim Mann einfach so hingenommen wird, wie die Natur es gegeben hat? Als ich das letzte Mal nachgeschaut habe, war auch ich nämlich noch ein Mensch und als solcher sollte ich auch funktionieren dürfen wie einer. Mir sollten Haare wachsen dürfen, ohne abgewertet zu werden, wenn ich sie nicht sofort wie lästiges Unkraut vernichte. Ich sollte Pupsen dürfen, wenn ich pupsen muss, ohne dafür entsetzte Blicke und “Oh Gott, du pupst vor deinem Mann? Das ist doch voll der Beziehungskiller. Ich gehe dafür ja aufs Klo” Kommentare zu ernten. Also mal ehrlich: wenn mein Mann mit mir Schluss macht, weil ich Pupse und diese nicht nach Bier oder Steak riechen, hat er nicht verstanden, dass Frauen keine leblosen Schaufensterpuppen sind und kann direkt durch das Loch verschwinden, das der Maurer für solche Fälle in der Wand gelassen hat. Mein Körper lässt mir nun mal an den unmöglichsten Stellen Haare wachsen, mich bluten, furzen, rülpsen, kacken und ab und an auch mal kotzen. Daran kann ich nichts ändern. Das alles sind völlig normale Dinge und auch, wenn ich mir Schöneres vorstellen kann, als mich über meine Körperöffnungen zu entleeren, gehört das zum Mensch sein – zum Frau sein! – dazu und ich werde den Teufel tun, mich dafür in irgendeiner Weise zu schämen.

Und so saß ich nun da, an meinem schattigen Überlebensplätzchen, genoss meine Umgebung, freute mich des Lebens und verschwendete keinen Gedanken mehr an meine dunklen Stoppeln auf den Beinen.


Wie empfindet ihr weibliche Körperbehaarung? Ist man in euren Augen ungepflegt, wenn man nicht jedes Härchen penibel entfernt, oder denkt ihr, dass man mal 5 gerade und Frau auch Mensch sein lassen sollte?

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