Das erste Mal im Fitnessstudio

von Kate
4 Gedanken

Ich und Fitnessstudio – ich und Sport generell – sind Worte, die man eigentlich nicht miteinander in Verbindung bringen würde. Ich mag Sport nicht und kann mich meist überhaupt nicht dazu aufraffen. Als Kind habe ich jahrelang Ballett getanzt, danach nicht ganz so lange Hip-Hop und abgesehen vom Schulsport war es das dann mit meiner sportlichen Laufbahn. Über die Jahre gab es mal kleinere Ausreißer mit den Versuchen, joggen zu gehen oder zuhause Yoga zu machen. Lange durchgehalten habe ich nie, also wie komme ich dann darauf, ins Fitnessstudio zu gehen?

Warum Sport?

Sport tut gut, das muss sogar ich zugeben. Sich dazu aufzuraffen erscheint mir immer wie eine unmögliche Sache, aber wenn es dann mal getan ist, fühlt man sich anschließend einfach unglaublich gut. Mir hat einfach so ein bisschen der Ausgleich gefehlt. Als Buchhändlerin schleppe ich täglich schwere Bücherstapel rum oder schiebe Tische umher, wenn mal etwas umgebaut werden muss. Da merkt man dann schon ganz schnell, ob man Muskeln hat oder nicht – ich eher nicht – und am Tagesende machen sich dann oft Rückenschmerzen bemerkbar. Auch so habe ich oft das Gefühl, dass mir Energie fehlt. Es fühlt sich immer so an, als würde ich nur auf Sparflamme laufen. Genau das wollte ich ändern. Ich will fitter werden, ausgeglichener sein, weniger Rückenschmerzen und generell mehr Energie haben.

Aber ich will hier auch nicht so tun, als würde ich es nur für die Gesundheit tun. Natürlich möchte ich auch etwas abnehmen. Ich habe über die letzten Jahre schleichend zugenommen und jetzt merke ich mir selbst die Kilos, die ich zu viel habe, an. Es war ein sehr erschreckender Moment, als ich in den Spiegel geschaut und es ganz plötzlich wahrgenommen habe – denn an den immer enger werdenden Hosen hat es sich schon angedeutet. Mein Ziel sind fünf Kilo und ich bin gespannt, wie lange ich dafür brauche.

Die Hürden davor

Als im Nachbarort ein neues Fitnessstudio eröffnet hat, habe ich sehr lange mit mir gerungen, ob ich mich dort anmelden soll. Die Lage war sehr praktisch und die Kosten hielten sich in Grenzen. Aber egal, wie günstig eine Anmeldung auch ist, wenn man monatlich zahlen muss und trotzdem nicht hingeht, wirft man sein Geld halt doch raus.

Ich habe mich also nicht angemeldet, weil ich mich und meinen inneren Schweinehund kenne. Weil ich wusste, dass die Chance, dass ich nicht dranbleiben würde, recht hoch ist. Weil auch alle anderen davon ausgegangen sind, dass ich nicht durchalten würde. Sie kennen mich und meine Faulheit. Ich bin einfach eine riesige Couchpotato, das weiß jeder.

Nun habe ich aber die Möglichkeit bekommen, ein Fitnessstudio einen Monat lang zu testen, und Überraschung: Bisher macht es mir Spaß und ich – und alle anderen wahrscheinlich auch – kann kaum glauben, dass sich mein innerer Schweinehund noch nicht gemeldet hat. Ich halte nach der Arbeit einfach im Studio und mache Sport, ohne dass ich es mir mit irgendwelchen Ausreden verderbe.

Was ich von einem Fitnessstudio erwartet habe?

Wenn ich an Fitnessstudios denke, denke ich an diese Typen, die da nur zum Pumpen hingehen und ihre Muskeln zur Schau stellen wollen. Die mehr Show machen, als zu trainieren. Oder Mädels, die die Figur eines Supermodels haben. Als Sport-Niete und ziemlich tollpatschiger Mensch war es mir immer irgendwie ein Graus, mich unter diese Menschen zu mischen. Kann ja eigentlich nur peinlich werden! Diese Denke habe ich zum Glück ein wenig ablegen können und so habe ich es gewagt und mich für den Probemonat angemeldet.

Mein erstes Mal im Fitnessstudio

Ich war sehr aufgeregt vor meiner Einführungsstunde. Ich bin, wie gesagt, eine ziemliche Sportniete und war fest davon überzeugt, dass ich mich mit meiner Unsportlichkeit blamieren würde. Tatsächlich habe ich dann überraschenderweise sehr gut durchgehalten. Selbst die Viertelstunde auf dem Crosstrainer ging gefühlt einigermaßen schnell vorbei und ich hatte währenddessen nur zweimal das Gefühl zu sterben. Die Übungen danach haben mir dann sogar Spaß gemacht. Es sind Geräte, die direkt bestimmte Muskeln trainieren sollen und die waren zwar schon anstrengend, aber machbar. Ich habe mich danach einfach gut gefühlt, weil ich es geschafft habe. Es war toll!

Diese pumpenden Prollos gab es übrigens nicht. Das Publikum in diesem Fitnessstudio ist hauptsächlich 40+ und auch nur da, um fitter zu werden oder überhaupt Sport zu machen. Keine Supermodels oder Muskelpakete, das ist wirklich sehr angenehm.

Mein zweites Mal im Fitnessstudio

Schon zwei Tage später war ich wieder im Fitnessstudio. Diesmal kam mir alles etwas schwieriger vor, es hat sich anstrengender angefühlt – die erste Euphorie hat sich schon etwas gelegt. Und zwei auffällige Sportler gab es dann doch. Der eine hat die gleichen Geräte genutzt wie ich, war also die ganze Zeit neben mir und hat diese typischen angestrengten Geräusche beim Gewichtheben gemacht. Das war ziemlich nervig, weil ich natürlich vorher nicht überprüft hatte, ob mein mp3-Player aufgeladen ist und deshalb seine Laute nicht mit Musik übertönen konnte. Tja, selbst Schuld. Und dann gab es tatsächlich noch einen Muskelprotz wie er im Buche steht, der die ganze Zeit über einen angestrengten Blick im Gesicht hatte, aber eigentlich mehr durch das Studio geschlendert ist, als wirklich trainiert zu haben.

Mein Fazit zum Fitnessstudio

Ich hätte nicht gedacht, dass es mir so viel Spaß machen würde und dass ich mich so dazu motivieren könnte. Ob ich nach dem Probemonat wirklich ein Abo abschließe, weiß ich noch nicht, denn ein Fitnessstudio kann schon ziemlich teuer sein. Meine Befürchtungen und Ängste haben sich jedenfalls nicht bestätigt, was mal wieder zeigt, dass man manchmal einfach nur über seinen eigenen Schatten springen muss. Ich habe mich nicht blamiert und das Publikum ist sehr angenehm, weil kaum Poser dabei sind.

Generell kann ich es also empfehlen, das mal auszuprobieren. Es kommt einfach auf die Wahl des richtigen Fitnessstudios an. Meines jetzt hat das passende Publikum für mich, Geräte, die sich von selbst auf mich einstellen und bei denen über einen Bildschirm angezeigt wird, wie man die Übungen durchführen muss. Ein Trainer ist auch immer zur Stelle, man kann also nichts falsch machen. Das ist mir besonders wichtig, denn beim Sport kann man so viel falsch machen.


Wart ihr schon einmal in einem Fitnessstudio? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

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Tina 15. Juni 2019 - 16:27

Liebe Kate,

herzlichen Glückwunsch, dass du den Schweinehund überwunden hast! Ich weiß, und wahrscheinlich jeder andere auch, wie schwer das sein kann.

Ich ging vor einer halben Ewigkeit 3 ganze Jahre ins Fitnessstudio. es war ein kleines Studio, man kannte sich, vom Proll bis zum Rentener war alles dabei, und ich habe dort sogar einen meiner längsten Freunde kennengelernt. Mein Ehrgeiz war also jahrelang 3x in der Woche vorhanden bis ich weg gezogen bin.

Danach kam eine sehr lange Durststrecke, denn ehrlich, nur weil man ins Fitnessstudio geht, heißt es nicht, dass man Sport liebt. Das sehe ich so wie du. Keine Ahnung, wie ich als Grobmotoriker mit einer 4 in Sport, solange ins Studio gehen konnte. Wahrscheinlich, weil es ein Ausgleich und später Gewohnheit war.

Erst als sich mit meinem Berufvermehrt Migräne, Hals-, Nacken- und Rückenprobleme einstellten, macht ich mir Gedanken. Doch Sport? Puuh, vielleicht hilft ja was anderes? So dachte ich. Erst als ich beim Orthopäden war, der mich erstmal wieder eingerenkt und mir meine Halswirbelsäule auf dem Röntgenbild gezeigt hat, habe ich geschluckt. Tja, kein Sport, dann bald Bandscheibe…

Doch was tun? Ich entschied mich tatsächlich für ein Onlineportal. Das heißt, ich mache 3x die Woche zu Hause Sport, verschiedene Kurse per Anleitung bei nem richtig guten Anbieter ohne künstliches Getue.Mir fällt das leichter als mich erst fertig zu machen und irgendwohin zu gehen. Stattdessen rolle ich in der Stube die Matte aus, trage mein Klapsband auf dem Kopf und behalte die Jogger an.
Es funktioniert bereits 3 1/2 Jahre und ich werde nicht aufhören.

Danke für deinen Beitrag. Ein Hoch auf uns Sportmuffel!

Liebe Grüße
Tina

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Kate 17. Juni 2019 - 07:45

Hallöchen,
ich habe mich jetzt auch gegen eine feste Anmeldung im Studio entschieden. Das ist schon ziemlich teuer, dafür dass ich mir nicht sicher bin, ob ich als Sportmuffel das auch durchziehe.
Bei welchem Onlineportal trainierst du? Ich habe mal Gymondo getestet und fand das an sich eigentlich ganz gut. Aber selbst dazu konnte ich mich nicht immer aufraffen. Aber vielleicht wäre das mal wieder eine Überlegung wert. Gerade Yoga hat mir da total gut gefallen. Bei Youtube hat man ja doch oft dieses künstliche Getue und viel zu lange Pausen, etc. Das war bei Gymondo perfekt.
Liebste Grüße, Kate

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Julia 17. Juni 2019 - 06:47

Liebe Kate,
Dieser Text könnte von mir stammen. Ich und Sport gehören einfach nicht zusammen, vor allem im Fitnessstudio. Schön dass du deine Zweifel überwinden konntest und du aktuell Spass daran hast!
Ich war bisher in zwei verschiedenen Fitnessstudios und fand es schrecklich. Es waren überall diese super trainierten Menschen, jeder der dort war konnte alles schon und war super fit. Und ich bin halt das pure Gegenteil von fit.

Inzwischen versuche ich Sport und Bewegung in meinen Alltag einfliessen zu lassen, denn wie du sagst ist es eben doch eine gute Sache. Ich arbeite in einem Büro, sitze den ganzen Tag, was meinen Schultern und Rücken nicht gefällt. Also gehe ich mit dem Fahrrad zur Arbeit (zumindest jetzt bei den warmen Temperaturen), benutze die Treppe statt den Lift, mache manchmal Auflockerungsübungen in der Arbeitspause und versuche einmal in der Woche joggen zu gehen. Spoiler; Bisher war ich drei Mal. Innerhalb von zwei Monaten.

Ich kann dich also sehr gut verstehen und bin gespannt wie es mit dir und dem Fitnessstudio weitergehen wird.

Liebe Grüsse
Julia

Antworten
Kate 17. Juni 2019 - 07:59

Hallöchen,
ich glaube, da musst du nur das richtige Studio finden. Bei dem, das ich getestet habe, ist das Durchschnittsalter so um die 40 würde ich sagen. Eher aufwärts und dadurch sind kaum Pumper da 🙂 Mein Probemonat ist jetzt leider schon vorbei und unglücklicherweise hat mich eine Erkältung erwischt, weshalb ich ihn nicht ganz ausnutzen konnte. Und für eine Anmeldung ist mir das doch irgendwie zu teuer.
Ich versuche jetzt auch, es in meinen Alltag einzubauen. Habe mir jetzt ein Fahrrad geholt und möchte öfter mal Touren machen 🙂
Liebste Grüße, Kate

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