Warum ich als Frau keine lange Haare brauche, um Frau zu sein
Frau

Frauen müssen lange Haare haben!

Warum ich als Frau keine lange Haare brauche, um Frau zu sein
Warum ich als Frau keine lange Haare brauche, um Frau zu sein
Warum ich als Frau keine lange Haare brauche, um Frau zu sein

Früher in der Schule, da waren alle so richtige Mädchen-Mädchen.

Schöne Klamotten, regelmäßiges Shoppen, Cremes, Kosmetik. Ich fand das blöd. Nicht nur, dass ich es aufgrund meiner Liebe zum Lesen nicht schon schwer genug hatte. Ich konnte mich mit diesem ganzen Kram einfach nicht identifizieren. Wenn die anderen sich vor dem Unterricht gegenseitig Schminke ins Gesicht geschmiert haben, dann steckte meine Nase in einem Buch.

Ich hasste Kleider, ich trug lieber weite Klamotten und Hosen. Und eines Tages ließ ich mir die Haare abschneiden. So richtig streichholz-kurz. Was habe ich mir dafür in der Schule anhören dürfen.

Mädchen müssen lange Haare haben!

Müssen sie das wirklich? Ich meine, mir fehlte ja nicht fortan ein Chromosom, nur weil ich kurze Haare hatte.

Als ich älter wurde und dann in der 9. Klasse die Schule wechselte, da ließ ich sie langsam wieder wachsen. Ich trug Haarbänder, um mir die widerspenstigen Fusseln aus dem Gesicht zu halten. Auch wieder falsch und viel Stoff für Häme.

Du bist kein richtiges Mädchen!

Wer entscheidet, was richtig und was falsch ist? Kinder und Erwachsene können so grausam sein.

Nun wachsen meine Haare schon seit mehreren Jahren wie Unkraut. So richtig weiß ich nicht, was ich mit ihnen anfangen soll. Meist habe ich sie zu einem Zopf oder Dutt zusammengefasst. Ich hasse es nämlich, wenn sie mir bei Wind, beim Essen, beim LEBEN plötzlich im Gesicht rumduseln. Das nervt doch einfach nur tierisch.

Ja, ich mag meine langen Haare und sie sehen auch gut aus. Aber nur, wenn ich mich nicht bewege. Wenn kein Wind geht. Wenn ich einfach nur still dasitze.

Früher waren meine Haare kurz wie Streichhölzer. Heute gehen sie mir offen bis zur Hüfte. Ich weiß nicht, wann sie so lang geworden sind. Erst wollte ich sie schulterlang. Dann wollte ich, dass sie mir bis zum Dekolleté gehen. Dann sollten sie mir mindestens bis unter die Brust fallen. Ja und irgendwann gingen sie mir plötzlich bis kurz über den Hintern.

Fühle ich mich jetzt weiblicher?

Nö, manchmal gestresster, wenn alles da oben durcheinanderwirbelt. Wenn das Föhnen wieder ewig dauert. Wenn der Zopfgummi reißt und meine Haare eine Party feiern. Ich denke, ich habe mich seit der Pubertät verändert. Bin jetzt lieber ein Mädchen, oder mittlerweile eine Frau, als ich das früher war. Aber meine Haare haben damit überhaupt nichts zu tun.

Wenn ich sie mir abschneiden lasse?

Who cares?

Das ist meine ganz eigene Entscheidung! Und ich bin zu keinem Zeitpunkt mehr oder weniger Frau.

5 comments

  1. BeraTina 21 Oktober, 2018 at 12:37 Antworten

    “Wenn der Zopfgummi reißt und meine Haare eine Party feiern” … was ein schönes Bild. Ich mag solche Sätze. Und deine Story hier über Haare und ihren Anteil an Weiblichkeit auch. Vielleicht, weil es bei mir ähnlich war und ist. Zwischen streichholzkurz und heute ziemlich lang (und oft ebenfalls ohne gute Frisurenidee abseits von Pferdeschwanz und Dutt) hatte ich schon alles auf dem Kopf. Für mich ist “die Frisur” eine Möglichkeit, mich so zu präsentieren, wie es sich für mich gerade gut anfühlt. Wie es ins Leben passt und zu dem, was ich gerade mache. Herzliche Grüße

    • Maike 24 Oktober, 2018 at 13:20 Antworten

      Danke schön für dein liebes Feedback, BeraTina! 🙂
      Ich habe zwar nicht ganz so lange Haare wie Ramona, doch auch ich kenne die Ideenlosigkeit in Sachen Frisur und bin oft genervt von den fliegenden Fusseln auf meinem Kopf. Vor Jahren habe ich sie deswegen abschneiden lassen, doch auch das war irgendwie nichts. Mir fehlte der “Rahmen” um meinem Gesicht und so trage ich meine Zubbeln nun wieder lang. Und zum Dutt aufgetürmt.

      Ganz liebe Grüße,
      Maike

    • Ramona 26 Oktober, 2018 at 16:46 Antworten

      Liebe BeraTina,

      danke dir, für deinen lieben Kommentar.
      Meine Haare sind auch ein großer Ausdruck meiner Gefühlslage… 😉

      Viele Grüße
      Ramona

  2. Tastenklecks 26 Oktober, 2018 at 11:20 Antworten

    Hallo!
    Ein wirklich toller Beitrag! Hut ab, dass du damals die Haare so kurz schneiden lassen hast! Also ich hatte damals ein Mutter mit rappelkurzen Haaren. Und es sah schick aus (jetzt sind sie halblang). Aber für mich wäre das nie in Frage gekommen. Lange Haare waren immer meins. Und ich habe es so sehr bereut, als ich sie nach der über-dem-Po – Länge abgeschnitten und nie wieder so lange bekommen habe. Länger als Brustlänge geht leider nicht, wenn sie dabei noch gesund aussehen sollen.
    Es ist unglaublich, wie viel wir uns einen Kopf über Haare machen.
    *Sara*

    • Ramona 26 Oktober, 2018 at 16:48 Antworten

      Liebe Sara,

      naja, es war mir damals einfach nicht wichtig. Es war einerseits eine Art Rebellion, andererseits einfach praktisch und pflegeleicht.
      Ich habe mir kürzlich auch die Haare schneiden lassen. Sie gehen mir jetzt noch knapp über die Brust. Daran muss ich mich noch immer echt gewöhnen.
      Aber ich bereue es nicht.
      Aber ja, es ist echt irre, wie sehr uns unsere Haare beschäftigen…

      Viele Grüße
      Ramona

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