Wie realistisch sind die Gilmore Girls?

von Juliane
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Wie realistisch sind eigentlich die Girlmore Girls?

Schon seit Beginn der Serie Anfang der 2000er bin ich großer Fan der Gilmore Girls gewesen. Ich mochte den Witz, das schnelle Sprechen und die Beziehung zwischen Lorelai und ihrer Tochter Rory. Viele meiner Freunde sahen die Serie auch und ich hörte öfters, dass es ja eigentlich recht unrealistisch ist, dass eine Mutter und Tochter sich so gut und freundschaftlich verstehen. Meine Antwort war: Quatsch, natürlich geht das! Eine Mutter-Tochter-Beziehung kann so facettenreich sein wie jede andere Beziehung. Und wenn man das Glück hat, auf einer Wellenlänge mit seiner Mutter / Tochter zu liegen, dann kann man gleichzeitig auch Freundinnen sein.

Mein eigenes Verhältnis zu meiner Mutter vergleiche ich oft zu dem der Gilmore Girls. Generell hatte unser Leben viele Parallelen: Schwierige Großeltern, fragwürdiger Vater, die Liebe zu koffeinhaltigen Getränken (bei uns allerdings Tee). Meine Mutter und ich haben Glück. Wir sind vom Charakter her sehr ähnlich. Wir mögen dieselben Serien, Filme und Bücher. Wir brauchen die gleiche Balance von Aktivität und Ruhe, mögen gemütliche Abende zuhause und waren uns immer am nächsten. Das Konzept der besten Freundin ist mir fremd und ich hatte nie eine – zumindest nicht außerhalb der Familie. Denn so schwer es mir gerade in meiner Jugend fiel, mein wahres Ich nach außen zu zeigen, fiel es mir umso leichter, mich bei meiner Mutter zu öffnen.

Meine Mutter wusste, dass ich den Fanfiction von „Der Herr der Ringe“ total verfallen war (bei Legolas wohl auch kein Wunder) und druckte mir sogar die digitalen Fanfiction aus, damit ich sie in einem (vielen) Ordner sammeln konnte. Sie verstand mich, als ich Probleme in der Schule bekam und mich unwohl fühlte. Unterstützte mich bei meinen Krankheiten und konnte mich trösten, wie es kein anderer Mensch es konnte. Wir fanden nicht für jedes meiner Teenie-Probleme eine Lösung, doch sie war immer an meiner Seite um mich aufzubauen und meine Ideen zu realisieren.

Meine Mutter ist meine beste Freundin und meine Vertrauensperson

Wie in jeder glücklichen Beziehung strahlte die Sonne nicht 24/7 und so gab es natürlich auch Momente, wo wir stritten oder uns einfach auf den Keks gingen. Aber diese Momente sind selten und vergingen zum Glück sehr schnell. Wir hingen schon immer viel aufeinander und andere belächelten das sogar. Ich sei dadurch zu unselbstständig, würde nie auf eigenen Beinen stehen. Meine Mutter sei eine Glucke. Schwachsinn! Wirklich. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Meine Mutter war stets ein Vorbild für mich, ihre Art, unser gemeinsames Leben auch ohne Vater zu wuppen. Trotzdem arbeiten zu gehen, den Haushalt zu schmeißen. Ich guckte es mir ab und lebe mein Leben selbstständig, habe einen Job, eine eigene Wohnung und Haushalt.

Ich wollte nicht früh ausziehen, fühlte mich zuhause wohl. Doch dann zog ich doch mit 21 Jahren direkt nach meiner Ausbildung aus (wegen eines Jobs in einer anderen Stadt) und war zu Beginn fast jedes Wochenende in der Heimat. Später seltener, mittlerweile sogar nur noch 5-6 Mal im Jahr. Unsere Beziehung ist anders, hat sich verändert. Doch ist immer noch nah. Wir telefonieren jeden Tag, wissen, was bei der anderen los ist. Wenn wir uns sehen, ist es wie früher. Und irgendwie auch nicht. Es verändert sich. Wie bei den Gilmore Girls. Sie sind zu Beginn Freundinnen, die jeden Tag miteinander verbringen, gemeinsam in den Urlaub fahren und zusammen ins Kino gehen – später lebt jede ihr Leben und doch sind sie verbunden. Denn die örtliche Nähe sagt nichts über die Nähe der Beziehung aus.

Wir haben Glück, auf einer Wellenlänge zu liegen. Und wir sind ein Beispiel dafür, dass eine Mutter-Tochter-Beziehung wie bei den Gilmore Girls total realistisch sein kann.


Wie erlebt ihr ein gutes Mutter-Tochter Verhältnis? Seht ihr ein “Problem” darin, wenn sich Mutter und Tochter auch freundschaftlich verstehen?

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