Supergirl, nicht Wonderwoman

von Maike
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Ich bin als Mama zwar Supergirl, aber nicht Wonderwoman

Mit meinem Status als Mama kam nicht nur die Angst um mein Kind und der Beschützerinstinkt einher, sondern ich bekam auch meine Superkräfte verliehen. Plötzlich war ich nicht mehr die, die man gerne noch gegen Mittag fest schlafend im Bett gefunden hat und nur mit einem Kübel Eiswasser wach bekommen konnte. Ich war jetzt die, die beim allerkleinsten Piep des Babyfons in höchster Alarmbereitschaft senkrecht im Bett sitzt und bereit ist, sofort zu ihrem Kind zu hechten. Ich war die, die mit Kacke im Gesicht, Milch in den Haaren und Kotze auf dem Shirt immer noch verdammt sexy aussieht und die, die selbst mit glühendem Kopf und Dünnschiss noch Haushalt und Kind wuppt. Ich war Mama Supergirl!

Doch halt, so ganz stimmt das nicht. Während ich mit meinem Mama-Status tatsächlich zur Alleinunterhalterin, Ärztin, Sängerin, DIY-Expertin, Organisationsmeisterin und noch so vieles mehr wurde, bin ich doch eines geblieben: Mensch. Ja und wie das mit Menschen so ist, haben die nun mal auch ihre Grenzen und funktionieren nicht immer wie eine gut geölte Maschine. Und, was man auf gar keinen Fall vergessen sollte: manchmal haben Menschen auch einfach keine Lust. Ja, ich bin mir bewusst, dass kein Hahn danach kräht, ob ich auf etwas Lust habe, oder nicht, aber wisst ihr was? Das juckt mich nicht. Mein Schlaf kommt zu kurz, weil mein Sohn an erster Stelle steht, ich bespaße ihn, bekoche ihn, geh mit ihm auf die Toilette, durchlebe seine Wutanfälle und Trotzmoment, ich tröste, ich puste, ich spiele, ich räume auf. Ich bin immer da und mache und tue und das auch von ganzem Herzen, aber ich bin nun mal nur Mama Supergirl und nicht Mama Wonderwoman. Ich habe Grenzen, meine Akkus sind irgendwann leer und – ganz wichtig! – ich habe auch eigene Bedürfnisse.

So kann es kommen, dass mein Haushalt einfach mal links liegen bleibt und wir hier halt mal ein, zwei Tage über Spielzeug steigen oder aus Schüsseln essen müssen, weil ich das Telefonat mit meiner Freundin, das Bad, das Buch mit der tollen Geschichte fürs Herz oder auch den Sex einfach gerade nötiger habe. Und sollte ich mit glühendem Kopf und Dünnschiss zu kämpfen haben, ist mir mein Haushalt sogar noch mehr egal. Dann dürfen sich meine Männer gerne was liefern und die Bude im Chaos versinken lassen, denn, wenn ich krank bin, darf hier keiner putzen! Das stresst mich enorm und krank und gestresst will mich nun wirklich niemand. Und perfekt und funktionierend? So will ich mich nicht. Ich will mich nicht aufgeben, um einer Rolle gerecht zu werden. Dafür bin ich Supergirl und nicht Wonderwoman. Dafür habe ich meinen Supergirlumhang und meine menschliche Seite. Dafür bin ich Mama und Ehefrau und: ich!

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