Ist Luisa da?

von Franzi
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Ist Luisa da? – Eine Frage, von der ich vorher noch nie gehört hatte und, als mir Maike diesen Satz als Vorschlag für einen Beitrag gab, dachte ich erst, hä? Was soll das denn sein? Auch sie wusste vor dem Radio-Beitrag, den sie dazu gehört hatte, nicht, dass es ihn gibt und auch alle Clubbesitzer, die befragt wurden, kannten ihn nicht. Ihr wisst es auch nicht? Dann seid ihr in diesem Beitrag genau richtig.

Codewort für mehr Sicherheit

„Ist Luisa da?“ oder auch „Luisa ist hier“ ist ein Codewort und bedeutet: „Bitte helft mir, ich werde belästigt“. Ursprünglich stammt das Konzept aus England, häufig wird hier “Ask for Angela” genutzt. Speziell das „Luisa ist hier“ wurde in Münster vom Frauen-Notruf Münster e. V. ins Leben gerufen. Auf der Website seht ihr auch einen Auszug der Städte mit Locations, die das Konzept umsetzen – leider ist sie schon seit Dezember 2018 nicht mehr ganz aktuell.

Doch wie funktioniert das? Wie kann so ein einfacher Satz helfen, sich vor sexueller Belästigung oder ähnlichen, unangenehmen Situationen, zu retten? Das Personal in den Locations, die das Konzept unterstützen, kennt den Satz und was damit gemeint ist. Seid ihr also in einer unangenehmen Situation, könnt ihr euch an das Personal wenden und diesen Satz sagen. So bekommt ihr vom Personal unmittelbare, diskrete Hilfe. Erst einmal kann euch das Personal in einen geschützten Raum bringen, wie beispielsweise die Küche oder den Personalraum. Je nach Situation und wie ihr Hilfe gerne in Anspruch nehmen möchtet, könnt ihr euch beispielsweise ein Taxi holen lassen oder Freunde/Freundinnen anrufen. Wenn notwendig, wird die Person, die euch belästigt hat, rausgeschmissen oder direkt an die Polizei übergeben.

Ein Codewort – funktioniert das wirklich?

Ein einfacher Satz wie dieser soll helfen, sich Hilfe zu holen, gerade in vollen, lauten Umgebungen, wenn man sich kaum lang erklären kann oder möchte. Das Prinzip finde ich großartig – auch wenn es schon an sich schlimm genug ist, dass so etwas überhaupt notwendig ist.

Das Problem: Viele kennen den Satz gar nicht. Nicht alle Locations, nicht alle Städte bieten das Konzept an und es ist nicht immer mit diesen Worten bekannt. So gibt es solche Ideen beispielsweise auf Festivals schon länger, nur mit anderen Wörtern oder Namen. Und viele haben noch nie davon gehört, so wie auch ich. Zum Beispiel hab ich es damals, als ich noch in Erlangen und Nürnberg unterwegs war, noch nicht gesehen. Laut Liste gibt es dort nun aber einige Locations, die dabei sind. In München ist mir aber noch nirgends ein Plakat oder Aufkleber – häufig in Damentoiletten platziert – aufgefallen. Jetzt gehe ich allerdings auch äußerst selten feiern, daher wollte ich wissen, wie sieht es denn bei anderen aus, und habe mich auf Twitter und im näheren Umfeld umgehört, wie viele das Konzept kennen.

Ist Luisa da

Ist Luisa da

Ist Luisa da

Ist Luisa da

Ist Luisa da

Ist Luisa da

Ist Luisa da

Auffällig war: Viele kennen den Satz oder zumindest erahnen sie, welche Bedeutung er hat. Weil sie ihn von Festivals oder in anderer Art und Weise kennen. So gibt es beispielsweise auch Bars, die auf der Damentoilette empfehlen, dann einen bestimmten „Cocktail“ zu bestellen oder ähnliche Varianten. Aber, wie auch auf der Liste von luisa-ist-hier.de auffällt – vor allem ist er in kleineren Städten verbreitet. In München lief er mir, wie gesagt, noch kaum über den Weg und auch das Feedback, dass es in kleineren Heimatstädten oft auftaucht, aber beispielsweise kaum einer in Berlin oder ähnlich großen Städten solche „Codewörter“ gesehen hat bisher, lässt Zweifel, dass man wirklich überall erfolgreich damit Hilfe bekommt.

Sehr gute Idee – aber zu wenig verbreitet

„Ich bin mir unsicher, ob es weit verbreitet ist“ oder „Ich zweifle, dass man überall Hilfe bekommen würde“ – das war der Kernpunkt der meisten Antworten, wenn das Konzept überhaupt bekannt war sowohl auf Twitter, als auch bei allen, die ich so befragt hatte.

Das macht „Ist Luisa da?“ zu einer guten Idee, die an bestimmten Orten und in bestimmten Kreisen auch gut funktionieren mag. Es ist aber auch schlicht zu wenig verbreitet. Laut einem recht neuen Beitrag der Süddeutschen ist das Prinzip zwar auch langsam hier in München und somit hoffentlich auch weiteren Städten zu den bisherigen angekommen. Doch – eine Großstadt, bei der bisher nur 17 Kneipen in Freising mitmachen und davon erst wenige geschult sind. Das reicht eben doch noch lange nicht.

Genau deshalb war uns dieser Beitrag auch so wichtig – um Aufmerksamkeit darauf zu legen, dass jeder weiß, dass es ein solches Konzept gibt. Wir gemeinsam könnten es schaffen, solche wichtigen Aktionen weiter bekannt zu machen. Schaut euch unbedingt auch auf luisa-ist-hier.de um – dort erfahrt ihr mehr zum Ablauf und wie das ganze in den Städten und Regionen umgesetzt werden kann.

So können sich mehrere Gastronomiebetriebe zusammenschließen und mit dem Frauen-Notruf oder einer Frauenberatungsstelle zusammenarbeiten. Das Konzept, so wie es auf der Seite vorgestellt wird, kann allgemein von Frauen-Notrufen und Frauenberatungsstellen übernommen werden. Denn damit wird sichergestellt, dass sich die Betroffenen hinterher auch an eine Fachstelle wenden können. Wie das ganze organisatorisch abläuft, was es kostet, das Corporate Design zu übernehmen und welche Maßnahmen zu beachten sind, wird dort ebenfalls kommuniziert. Solltet ihr also selbst in einer Frauenberatungsstelle oder beim Frauen-Notruf arbeiten oder ihr kennt jemanden oder wisst, wer vor Ort ein Ansprechpartner ist – dann setzt euch doch dafür ein, dass „Ist Luisa hier?“ noch viel mehr Verbreitung finden kann.


Wenn ihr also wisst, wo und wer bei euch Konzepte wie „Ist Luisa da?“ unterstützt, dann helft doch auch mit oder verbreitet es weiter. Und wenn ihr Tipps habt, wie wir weiter solche Konzepte unterstützen können, freuen wir uns auf eure Kommentare dazu!

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