Kleine Frauen – harte Musik: Ja, das geht!

von Franzi
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Musikgeschmack
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Wer kennt es auch? Ihr lernt neue Leute kennen oder unterhaltet euch mit jemanden zum ersten Mal über eure Vorlieben. Und die erste Reaktion ist: “Was? Nein, das glaub ich dir nicht!” Und das nur, weil ihr erst Mal in einer “brave-Mädchen” Schublade gelandet seid? Ja, dann seid ihr nicht allein – die Reaktion bekomme ich vor allem in Sachen Musikgeschmack fast jedes Mal.

Ich bin nicht so brav wie ich aussehe

Es passiert immer und immer wieder. Ich bin keine 1,60 groß und scheinbar wirke ich auf die Leute sehr unscheinbar und brav. Bei manchen weiß ich sogar, dass ich äußerst brav wirke. Ein alter Kollege von mir war schier entsetzt und konnte es gar nicht glauben, als er mal eine Geschichte aus meiner Jugend hörte. Denn ja, nur weil man klein und brav aussieht, heißt das nicht, dass man es immer ist oder früher war.

Ich hab es in meiner Jugend und während des Studiums tatsächlich ziemlich krachen lassen. Glaubt mir heut kein Mensch mehr, wo ich mich mittlerweile lieber mit Büchern vergrabe und eher mal Essen gehe oder ins Kino. Auf Party kann ich gut und gerne verzichten. Mit einer Ausnahme: Konzerte meiner liebsten Bands und Festivals wie Rock im Park. Auch wenn ich das viel zu selten mache, wie ich gestehen muss.

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Schon bei Rock im Park ist die erste Reaktion immer: Ach, du hörst Rock? Hm joa, warum nicht? Wenn ich dann aber erzähle, dass ich Hard Rock und sogar Metal mag, dann ist die Verwunderung groß. Warum eigentlich? Nur, weil ich klein bin? Ich verstehe echt nicht, warum mir kaum einer glaubt, dass ich doch eher die härtere Musik bevorzuge und auch gerne Old School Metal von Black Sabbath und Co.

Ich habe das Gefühl, dass ich aufgrund meiner kleinen Körpergröße, den normalen Outfits und meiner Leidenschaft zu Büchern immer in eine Schublade gesteckt werde. Dann ist alle Welt erstaunt, wenn ich in einem Gespräch beiläufig erwähne, dass ich die und die Band gut finde oder auf dieses und jenes Konzert gehe. Manche finden es gleich toll, andere denken: Hä? Ne, dass glaub ich dir nicht. Du wirkst doch so brav und man sieht es dir gar nicht an.

Ähm? Es muss doch nicht jeder, der Metal geil findet, mit langen Haaren und Metal-Shirts, mit Aufdrucken, die jedem Kleinkind Angst machen würden, herumlaufen? Ich mein, ich liebe auch Sherlock Holmes und laufe nicht ständig mit seinem Hut rum. Ich liebe es zu Joggen, aber lauf nicht ständig in Jogging-Klamotten herum. Und was genau hat eigentlich das eigene Verhalten damit zu tun, was ich für Musik höre – brav wirken, was soll das eigentlich bedeuten? Ich bin ja nicht mehr in der Schule und muss mich für das Christkind benehmen. Und, selbst wenn ich brav wäre,  was hat das denn damit zu tun, welche Musik ich gerne höre? Nichts! Da kann ich nur den Kopf schütteln.

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Am schlimmsten wird es dann, wenn mir noch nicht mal geglaubt wird. Dann darf ich erst mal groß und breit sämtliche Bands, die ich höre, aufzählen. Am besten noch mit favorisierten Song dazu, damit ich auch ja beweise, dass ich Rock, Hard Rock und Metal wirklich höre. Ja, ich kenne und liebe Bands wie Black Sabbath, Manowar, Gotthard, Disturbed, Rammstein, Metallica, Motörhead, Iced Earth, Nigthwish, Savatage, Iron Maiden, Slipknot, Slayer oder Judas Priest und viele viele mehr. Und ich höre sie gerne! Und nein, ich muss nicht jedes Mal beweisen, dass ich das tue, nur weil im Kopf von anderen das Bild von kleiner Frau und härterer Musik, die das nicht Mal in ihren Outfits widerspiegelt, nicht zusammengeht. Und  ich habe auch keine Lust dazu, nur, um zu beweisen, dass ich mir das nicht ausgedacht, oder die Interpreten einfach nur irgendwo aufgeschnappt habe. Kann man ja schließlich nie wissen. Da frag ich mich jedes Mal – warum sollte ich das tun? Aus dem Alter “cool” sein zu wollen, sind wir doch eigentlich alles heraus. Ich zumindest. Da bin ich dann froh, dass wir im Smartphone Zeitalter leben und ich mittlerweile nur noch meine Playlist vorzeigen brauche – dann ist auch Ruhe!

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Werdet ihr auch immer erst mal in eine Schublade gesteckt und müsst euch dann immer erst mal erklären, wenn ihr dem Bild nicht entspricht? Teilt eure Erfahrungen gerne mit uns in den Kommentaren!

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PS – wer mir noch immer nicht glaubt oder neugierig auf meine Alltags-Playlist ist, der folge diesem Link: https://open.spotify.com/playlist/4XdyIbZ0LYYbazYJcWT0Ck

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Sabine 13. Januar 2019 - 19:45

Oh Mann, ich kann gut nachvollziehen, dass dich das nervt! Bei mir kamen nur paar Mal komische Blicke und verwunderte Nachfragen, als ich erwähnte, dass ich Italo Western mag (das sind die mit Clint Eastwood aus den 60ern). Hat man mir als Frau so nicht zugetraut. Und ich glaube, ich wirke auch auf viele Leute sehr lieb und brav. 🙂

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Franzi 16. Januar 2019 - 19:59

*augenverdreh* Haha ja, aber selbst wenn man brav und liebt wirkt und ist – warum sollte man dann keinen Italo Western mögen (und yeah, mag ich auch hihi).

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Tina 13. Januar 2019 - 20:57

Hey,

ich kann ein Lied drüber singen, wenn ich mal ein langärmliges Oberteil ausziehe oder ne Jacke und dann auf einmal meine Tattoos sichtbar werden. Keiner, der mich zum ersten Mal sieht (und oft auch später), kann sich das an mir vorstellen. Ich sehe brav aus, schon immer. Ich liebe Jeans, Sneakers und Sweatshirt, schminke mich wenig, falle nicht wirklich auf. Doch ich mag Tattoos. Mein linker Arm ist großflächig “bemalt” und das ist nicht die einzige Stelle.
Einerseits nervt mich das, dass andere mir so etwas “Auffälliges” (eigentlich heute so darüber zu reden ist Bullshit, aber so ist es einfach) nicht zutrauen, andererseits zeigt es den Personen, dass sie mich nicht kennen und öffnet ihnen die Augen.

Liebe Grüße
Tina

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Franzi 16. Januar 2019 - 20:03

Hey Tina!, Ohhhh ja, dass kenne ich auch – gleicher Look, aber sogar nur ein winziges Tattoo (Jugendsünde) – zumindest bisher nur ein einziges – und trotzdem bekomm ich sogar da schon auch solche Reaktionen. Und – ich bin jetzt sehr gespannt auf die Tattoos! Ich liebe sie auch! glg Franzi

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