Ordnung ist eben doch nur das halbe Leben

von Maike
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Eltern sind wahre Meister darin, ihren Kindern immer und immer wieder mit denselben belehrenden Sätzen in den Ohren zu liegen: Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst, hast du zu tun und zu lassen, was ich dir sage; Wenn du den Kaugummi runterschluckst, klebt dir das Popoloch zu; Der Löffel geht zum Mund und nicht der Mund zum Löffel; Indianerherz kennt kein Schmerz; Wenn du heiratest, ist alles weg; Wer nicht hören will, muss fühlen – um nur einige zu nennen. Wobei ich hinzufügen muss, dass man diese Sätze heute nicht mehr so häufig hört wie noch während meiner Kindheit oder der meiner Eltern.

Der Satz, den ich früher wohl am häufigsten gehört habe (ja, sogar so oft, dass es mich ernsthaft wundert, dass er mir nicht aus den Ohren gewachsen kam!), ist, Ordnung ist das halbe Leben. Und mindestens ebenso häufig habe ich darauf erwidert, dass mir die andere Hälfte des Lebens besser gefällt – auch heute noch. Zugegebenermaßen kommt meine Vorliebe für die Unordnung nicht daher, dass ich sie tatsächlich schöner finde, sondern davon, dass ich schlicht keine Ordnung halten kann.

Müllsackgeschädigt

Wie eben schon erwähnt, war meine mangelnde Ordnung oft Thema bei uns Zuhause, wobei meine Mutter da definitiv die Wortführerin war. Oder Feldwebel, je nachdem, wie stark der Faden bereits gespannt war. Ich werde nie vergessen, wie mich nach der Schule in Mitten meines Zimmers ein Berg aus all dem erwartet hat, was ich besaß und on top eine Rolle blauer Säcke. Alter Falter! Ja, das war dann die Art meiner Mutter mir zu zeigen, dass sie die Schnauze von meiner Unordnung gestrichen voll und ich dann jetzt, nachdem ich lange Zeit einfach nicht hören wollte, die Arschkarte hatte. Doch wer jetzt denkt, dass es in meinem Zimmer stets wie unter aller Sau ausgesehen hat, dem sei an dieser Stelle gesagt, dass dem nicht so war. Noch nicht einmal annähernd! Wer mein Reich betrat, den erwartete stets schön dekorierte Ordnung. Also alles in bester Ordnung, zumindest solange niemand in meine Schränke geschaut hat und genau da lag auch der Hase aka meine Mutter im Pfeffer. Ihr war es ein gewaltiger Dorn im Auge, dass hinter verschlossenen Türen das Chaos regierte und in meinem Kleiderschrank alles ein undefinierbarer Knubbel war, während ich die ganze Aufregung überhaupt nicht verstehen konnte. Und es auch bis heute nicht kann. Ich meine, wen zum Teufel geht es etwas an, wie es in meinen Schränken aussieht? Niemand hat da seine Nase hineinzustecken, ohne, dass ich es vorweg erlaubt habe. Leider zog dieses Argument bei meiner Frau Mama überhaupt nicht, weswegen ich alle paar Wochen den kompletten Inhalt meiner Schränke auf dem Boden meines Zimmers vorfand und dann fleißig sortieren und entmüllen durfte.

Ordnung

Und heute so?

Inzwischen lebe ich bereits seit zwanzig Jahren nicht mehr mit meiner Mutter unter einem Dach und natürlich knubbelt der Inhalt meiner Schränke ohne das scharfe Adlerauge der Frau Mama fröhlich und fast ungestört vor sich hin. Alle paar Monate versuche ich mich zwar daran, des Chaos Herr zu werden, aber das hält leider nie lange an. Warum? Ganz einfach: zum einen bin ich jemand, der nie erst die Hälfte der Sachen ausräumt oder anhebt, um an das zu kommen, was er haben will, sondern jemand, der zubbelt und rupft. Das erfordert im Durchschnitt zwar mehr Zeit, als die ordentlichere Variante, aber die schießt mir in solchen Situationen gar nicht erst in den Kopf. Zum anderen habe ich nicht die Muße, irgendwas genauestens zusammenzulegen und einzuräumen, wenn ich nicht alle Zeit der Welt habe. Ich neige dazu, dann immer schnell schnell zu machen, um am Ende noch ein paar Minuten Entspannung für mich rausschlagen zu können. Und mal ehrlich: mit dem Stopfquetschschiebprinzip passt sowieso viel mehr in die Schränke!

Ordnung

Kein Platz für Ordnung

Doch es gibt noch einen weiteren Chaosbrennpunkt in meinem Haushalt. Der hat nichts mit Schränken zu tun, sondern eher mit fehlender Arbeits- und Abstellfläche. Wir haben zwar genügend Zimmer, aber leider ist der Platz darin so begrenzt, dass wir zum Beispiel nur eine kleine Küchenzeile einbauen konnten und auf Arbeitsfläche verzichten mussten, die für andere normal ist. Aber ich will mich nicht beschweren, ich habe eine sehr schöne Küche und irgendwie klappt es auch immer wieder, neben dem köchelnden Essen, auch noch das Brett mit Geschnippeltem daneben stehen zu haben, während ich nebenbei noch Brote schmiere. Platz ist halt wirklich in der kleinsten Hütte, von Ordnung war da nie die Rede. Und schon gar nicht, wenn zu den Mitbewohnern ein kleiner Wirbelwind gehört, der es mit Aufräumen noch weit weniger hat als seine Mama. Doch keine Panik, bei uns daheim sieht es nicht 24/7 aus wie in einem riesigen Saustall. Solange ihr nicht gerade reinschneit, wenn ich in der Küche daran arbeite, die Mäuler meiner Männer mit Köstlichkeiten zu verwöhnen, ihr das herumliegende Spielzeug geflissentlich überseht und niemals, wirklich absolut niemals in meine Schränke schaut, dann erwarten euch hier saubere und gemütliche vier Wände.


Wie haltet ihr es mit der Ordnung? Habt ihr damit so eure Probleme oder seid ihr Ordnungs-Profis?

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