Spieglein Spieglein an der Wand…

von Franzi
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Body Positivity setzt mich unter Druck

…wer ist die Schönste im ganzen Land? Früher wäre hier wohl jeder, der an Barbies nicht überlebensfähige Maße ran gekommen ist, genannt worden. Doch Gott sei Dank ändern sich ja die Zeiten und wir fangen an, uns nicht mehr nur über unser Aussehen zu definieren…Halt! Oder doch?

Bodypositivity setzt mich trotzdem unter Druck

Body Positivity ist in aller Munde. Und im Grunde finde ich die Idee dahinter super. Endlich gibt es eine größere Bewegung, die zeigt, dass ich auch schön bin, wenn ich keinen makellosen Körper habe. Also, wenn ich einfach ganz normal bin, hier und da ein paar Dellen hab, da ein paar Pfunde oder Kurven zu viel habe.

Eigentlich ja eine lobenswerte, positive Entwicklung. Die mir aber an den meisten Tagen dennoch Druck und Bauschmerzen beschert. Denn damit einhergehen haufenweise Ratgeber, wie man sich am besten selbst lieben sollte und mit seinem Körper, so wie er ist, vollkommen zufrieden sein sollte. Dass man sich zeigen sollte, egal wie man ist.

Aber, da gibt es bei mir einen Haken – das bin nicht ich. Ich bringe zu viel auf die Waage. Nicht weil ich mich mit anderen groß vergleiche, sondern weil ich mich so nicht wohlfühlen, immer wieder dagegen ankämpfe, aber manchmal auch einfach keinen Bock mehr habe. Trotzdem versuch ich es weiter, weil ich mich so, wie ich bin einfach nicht zu Hundertprozent lieben kann. Ich gehe zum Beispiel deshalb selbst bei den größten Hitzewellen nicht einmal ins Schwimmbad. Badesachen finden sich in meinem Schrank nicht, aber wisst ihr was? Es ist mir, meistens zumindest, einfach auch egal.
Ich stehe dazu, dass ich eben nicht bei #bodypositivity dabei bin, aber freue mich für jeden, der es schafft und bin auch immer mal wieder neidisch. Jeder Ratgeber da draußen, der einem nahe bringt, wie man es schafft, sich so zu akzeptieren wie man ist, bringt mich leider nicht weiter, egal wie sehr ich es versuche. Und das hat für mich einen Grund – quasi die Schattenseite von Mantras wie „Du bist schön, wie du bist“, „Jede Frau ist schön, wie sie ist“ und Co.

Du bist schön, wie du bist – aber da sind wir ja immer noch beim Äußeren

Was mich daran unter Druck setzt und mich regelmäßig zum Scheitern an der Selbstliebe bringt? Im Grunde ist es zwar eine wundervolle Idee. Aber eben eine, die uns doch wieder nur auf unser äußeres Erscheinungsbild reduziert. Nur dass man jetzt halt mal mehr Kurven, Pfunde und Dellen haben darf. Aber es geht immer noch darum, wie wir aussehen und es ist immer noch eine Bewegung, rund um Schönheitsideale, die sich nur wieder etwas realistischer gestalten.

Aber, bin ich denn nicht so viel mehr als meine Hülle? Sollte ich mich nicht viel mehr um meiner inneren Werte Willen lieben und akzeptieren? Ich finde – ja! Genau das!

Hundertprozentige Bodypositivity und Co – das werde ich niemals schaffen und ich finde, dass muss ich auch nicht schaffen. Jeder von uns kann und darf auch mal was nicht an sich gut finden. Das ist okay, solange es im gesunden Rahmen bleibt und wir uns nicht über unseren Körper definieren. Ich möchte das zumindest nicht, egal in welche Richtung. Aber, mich hundertprozentig mögen, weil ich auf mein Inneres höre, auf das, was mich zu der macht, die ich bin, meinen Charakter, meine positiven aber auch negativen Eigenschaften, dass kann ich, denn das ist für mich so viel wichtiger, als eine bloße Hülle.

 

 

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