Wenn die biologische Uhr immer lauter tickt

von Cissi
3 Gedanken

Früher, also so etwa um die 15 bis 18 rum, war ich felsenfest überzeugt, mit 30, da bin ich verheiratet und werde mein erstes Kind haben oder es ist zumindest unterwegs. Im Oktober werde ich nun 32 Jahre und habe nicht mal einen Verlobungsring am Finger. Kinderplanung? Keine Ahnung wann wir da mal loslegen. Klingt entspannt – bin ich aber nicht, ganz im Gegenteil. Da ist dieses kleine Ticken in mir drinnen, das mich wahnsinnig nervös macht. So ungefähr wie sich Kapitän Hook fühlen muss, wenn das Krokodil kommt.

Ich schätze, schon seit etwa zwei, drei Jahren habe ich mein eigenes, kleines Ticken in mir drinnen. Meine wirkliche biologische Uhr ist es hoffentlich nicht. Angefangen hat es nämlich, als die ersten Freunde anfingen zu heiraten und als die ersten ehemaligen Kommilitonen und Schulfreunde das erste, zweite, dritte Kind bekamen. Da merkte ich – das will ich auch, jetzt! Jedes Baby was ich sehe, löst bei mir für umstehende nervtötende begeisterte Quietscht-Töne und AWWWS und AAAHHHS aus und die Sehnsucht nach einem eigenen Kind wird mit jedem Monat der vergeht immer größer.

Ist es also doch schon meine biologische Uhr? Mit Anfang 30? Aber, es gibt doch heute so viele, die sogar noch mit 45 plus ein Kind kriegen? Also hab ich mal kurz gegoogelt – ja, richtig, war dumm! Da stehen dann aufmunternde Sachen wie – zwischen 20 und 25 ist man am fruchtbarsten. Ab 25 nimmt die Fruchtbarkeit schon ab, ab 30 immer schneller und sowieso, kann man eigentlich gar nicht so genau sagen, wann die biologische Uhr richtig tickt. Denn das ist bei jeder Frau anders. Haben die einen schon Ende 20 Probleme und brauchen lange, bis es klappt, bekommen andere Anfang 40 super schnell das erste Kind. Die innere Unruhe wuchs also weiter an.

Und dann kommen da noch familiäre Dinge dazu, die mir aufzeigen, so schnell kann es gehen, und der Kinderwunsch wird niemals mehr möglich sein und die eigene Unruhe wächst noch weiter und weiter, das innere Ticken wird immer lauter und lauter. Aber dann versuchte ich mich weiter aufzumuntern – hey, jeder hat eben einen anderen Rhythmus, auch bei anderen klappt es noch, obwohl sie älter sind, bei manchen gar, obwohl sie die Hoffnung schon aufgegeben haben. Und es wird wieder etwas ruhiger in mir.

Biologische Uhr

Leider hält diese Ruhe nur kurz vor. Denn dann setzt man die Pille ab – nicht weil wir endlich mal zu zweit soweit wären, ich bin hier nämlich diejenige, deren Kinderwunsch gefühlt eher dringender ist, als der der anderen Hälfte – sondern weil die nur Probleme bereitet hat. Und, es passiert nichts, gar nichts. Monatelang einfach nichts, es fühlt sich scheiße an! Und ja, genau in dieser Phase bin ich jetzt. Seit drei Monaten nehme ich diesen Mönchspfeffer, hilft nichts. In den nächsten Tagen ist ein Hormonstatus-Termin beim Endokrinologen und danach noch mal Termin beim Frauenarzt. Ja, ich weiß, ich bin nicht die einzige, der es nach Absetzten der Pille so geht, vor allem wenn man sie 15 Jahre lang genommen hat. Abermir geht der Arsch sowas von auf Grundeis und das Ticken ist zu einem hoch frequentierten schrillen, aggressiven Piepsen geworden, das mich nicht mehr in Ruhe lässt.

Dabei wäre es doch so einfach – einfach loslegen und versuchen, vielleicht klappt es ja und vielleicht ist es ja auch wirklich ein super banaler Grund, und alles kein Problem. Nur, dass bei uns immer noch meine Uhr tickt und unsere Zukunftswünsche vom Zeitrahmen her nicht so ganz vereinbar sind beziehungsweise bei der bessern Hälfte einfach nicht so eilig. Doch dieses Damoklesschwert biologische Uhr, gepaart mit den zwei Arztterminen machen den Wunsch nach einem eigenen Kind immer dringender und den Plan, quasi „Tacheles“ zu Reden größer, in der Hoffnung dann doch vielleicht zum 35. Geburtstag einen kleinen Wirbelwind hier zu haben.


Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr ähnliche Erfahrung? Habt ihr das Gefühl, dass eure Uhr tickt oder fühltet euch vor dem ersten Kind so? Oder wollt ihr vielleicht gar keine Kinder und könnt die biologische Uhr getrost ignorieren? Teilt eure Erfahrungen gerne hier in den Kommentaren mit uns, ich würde mich freuen!

3 Gedanken
0

Lass uns doch deine Gedanken da

* Die Datenschutz-Checkbox ist ein Pflichtfeld.
Um die Übersicht über Kommentare zu behalten und Missbrauch zu verhindern, speichert MitohneMaske deinen Namen, deine E-Mail-Adresse sowie deinen Kommentar mit dazugehörigem Zeitstempel. Deine IP-Adresse wird anonymisiert. Du hast die Möglichkeit, deinen Kommentar jederzeit wieder zu löschen. Mit dem Abschicken des Kommentars stimmst du dem zu. Ausführliche Informationen dazu findest du in unserer Datenschutzerklärung.

Okay!

3 Gedanken

Sonja 6. April 2019 - 07:58

Liebe Cissi,

ich wünsch dir alles Gute für die Arzttermin! Ich kenne diese innere Panik auch, ich kann das so gut nachfühlen!

Ich war damals 30, und habe gerade meinen Job nach einem Burnout gekündigt. Ich stand vor den Scherben meines Lebens und hatte nur meine Liebe und den brennenden Wunsch nach einem Kind.

Und es klappte nicht!

Irgendwann hieß es, sein Sperma sei nicht zeugungsfähig, und zu langsam.

Wir sind dann sehr desillusioniert nach Marokko in den Urlaub geflogen. Vom Kinderwunsch hatte ich mich erstmal verabschiedet, weil ich sowieso genug andere Probleme hatte.

Nach dem Urlaub war ich schwanger :).

Seitdem sind jetzt 9 Jahre vergangen. Wir haben in der Zeit noch 3 weitere Kinder bekommen.
Ab dem zweiten haben wir NFP gemacht, das hat super geklappt – beim dritten wusste ich direkt, dass es geklappt hat :).

Ich wünsche euch alles Gute!
Lieber Gruß,
Sonja

Antworten
Cissi 7. April 2019 - 16:53

Liebe Sonja,

vielen vielen Dank für deinen Kommentar, deine lieben Wünsche und auch deine Offenheit! Und dafür, dass du dein doch noch positiv Erlebnis teilst, das hilft mir gerade sehr, auch wenn final noch nichts feststeht, nur das die Test auffällig waren und ich noch zu einem Gespräch und weiteren Untersuchungen darf. So hab ich ein bisschen weniger Angst davor, was herauskommt! Glg Cissi

Antworten
Crafting Sonja 8. April 2019 - 08:23

Liebe Cissi,

ich wünsch dir alles Gute für den weiteren Weg!
Ich kann dir mit meinen Erfahrungen heute sagen – und damals war ich auch nervös und ungeduldig und wollte wenigstens irgendetwas tun – dass wir dazu neigen alles zu früh zu pathologisieren. Auch Ärzte wissen nicht alles. Das habe ich in vier Schwangerschaften und Geburten gelernt. Und manchmal brauchen die Dinge einfach ihre Zeit.

Lieber Gruß,
Sonja

Antworten
close

MitohneMaske

Newsletter!

Du möchtest nie wieder einen Beitrag oder Neuigkeiten verpassen? Dann trage dich jetzt für unseren monatlichen Newsletter ein!

**Für den Newsletter speichert MitohneMaske Namen und Email-Adresse. Mit dem Abschicken dieses Formulars stimmst du dem zu. Weitere Informationen findest du in unserer Datenschutzbestimmung.